Erinnert ihr euch noch an das abgefahrene, abnehmbare Kameraobjektiv, das Xiaomi auf dem MWC 2025 vorgestellt hat? Es scheint, als wäre es mehr als nur ein Gerücht gewesen. Der Blogger Digital Chat Station behauptete kürzlich: „Die magnetische Linse wird bereits in Serie produziert und könnte schon dieses Jahr auf den Markt kommen (genauer Zeitpunkt noch offen).“ Im Beitrag wurden zwar keine Hersteller namentlich genannt, aber die meisten tippen auf Xiaomis modulares optisches System, das sie beim Launch-Event des Xiaomi 15 angeteasert haben.
Lei Jun selbst demonstrierte damals den Aufbau. Die Firma nannte es ein „internes Vorforschungsprojekt“, was üblicherweise so viel bedeutet wie „eine coole Idee, die wir vielleicht nie auf den Markt bringen werden“. Doch sowohl Smartphone- als auch Kamerahersteller wurden aufmerksam. Offenbar aufmerksam genug, um die Entwicklung in die Serienproduktion zu treiben.

- Berichten zufolge geht die Massenproduktion der magnetischen, abnehmbaren Kameralinse von Xiaomi in Gang; eine Markteinführung ist für 2026 geplant.
- Das System verwendet einen Micro-Four-Thirds-Sensor mit einer Auflösung von 100 MP, einer Blende von f/1.4 und einer Brennweite von 35 mm.
- Die Laser-Datenübertragung mit 10 Gbit/s ermöglicht die verlustfreie Übertragung von RAW-Dateien zwischen Objektiv und Smartphone.
- Keine separate Batterie oder Verkabelung erforderlich – die Linse wird magnetisch an kompatiblen Xiaomi-Flaggschiff-Smartphones befestigt.
- Der AISP-Computational-Photography-Stack verspricht UltraRAW-Aufnahmen und einen Dynamikumfang von 16 Blendenstufen.
Was macht es anders
Das ist kein billiges Aufsteckobjektiv. Xiaomi hat es mit einem eigens entwickelten Micro-Four-Thirds-Sensor ausgestattet – demselben Format, das auch professionelle Fotografen in Kameras von Panasonic und Olympus verwenden. Es ist darauf ausgelegt, mit einer asphärischen Linsengruppe Bilder mit voller 100-Megapixel-Auflösung aufzunehmen.
Die Blendenöffnung von f/1.4 ist für ein Smartphone-Zubehörteil wirklich beeindruckend. Diese große Öffnung sorgt für eine solide Leistung bei schwachem Licht und eine natürliche Hintergrundunschärfe, ohne dass man sich ausschließlich auf Software-Tricks verlassen muss.
Die Brennweite entspricht 35 mm im Kleinbildformat, was Fotografen für Porträts und Streetfotografie sehr schätzen. Sie kommt der menschlichen Wahrnehmung von Szenen sehr nahe und bietet eine natürlichere Perspektive als Ultraweitwinkel- oder Teleobjektive.
Die Technologie dahinter
Und jetzt wird es interessant: Laser-Datenübertragung mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s. Das ist schnell genug, um verlustfreie RAW-Dateien ohne Komprimierung oder Qualitätsverlust zwischen Objektiv und Smartphone zu übertragen.
Das Objektiv nutzt Xiaomis AISP-Technologie für computergestützte Fotografie, die auf dem Gerät mit einem sogenannten „großen Modell“ ausgeführt wird. Abgesehen von den Marketingfloskeln ermöglicht dies angeblich UltraRAW-Aufnahmen und einen Dynamikumfang von bis zu 16 Blendenstufen.
Keine Verkabelung nötig. Kein Kopplungsvorgang. Kein separater Akku zum Aufladen. Einfach magnetisch befestigen und losfotografieren. So klein, dass man sie problemlos in die Tasche stecken kann, ohne dass es sich anfühlt, als würde man eine DSLR mit sich herumtragen.

Zeit für einen Realitätscheck
Wenn Xiaomi tatsächlich alle Versprechen einlöst, könnte diese Kamera ernsthaft mit dedizierten Micro-Four-Thirds-Kameras konkurrieren. Allerdings ist das ein großes „Wenn“. Unternehmen präsentieren ständig Konzepte, die entweder nie auf den Markt kommen oder stark beeinträchtigt sind.
Die Formulierung „könnte schon in diesem Jahr zu sehen sein“ von Digital Chat Station lässt viel Spielraum. Es könnte nächsten Monat bedeuten. Es könnte Dezember bedeuten. Es könnte auch 2027 nach „unvorhergesehenen Verzögerungen“ bedeuten.
Dennoch deutet der Schritt in die Massenproduktion darauf hin, dass Xiaomi es ernst meint mit der Markteinführung. Ob das Produkt den Erwartungen gerecht wird oder sich als weitere unausgereifte Smartphone-Spielerei entpuppt, bleibt die entscheidende Frage.
Quelle aus Gizchina
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